Klima und Energie

Die Steine-Erden-Industrie gehört mit einem Energiekostenanteil an der Bruttowertschöpfung von durchschnittlich 25 Prozent zu den energieintensiven Branchen. Schon aus Kostengründen hat sie ein hohes Eigeninteresse an der Steigerung der Energieeffizienz, was auch zur Minderung energiebedingter CO2-Emissionen beiträgt.

Der DFFI ist Mitglied im Bundesverband Baustoffe, Steine und Erden (BBS), arbeiten in deren Gremien intensiv mit und bekennt sich zu einem ambitionierten Klimaschutz. Aus industrie- wie klimapolitischen Gründen ist zugleich ein wirksamer Carbon-Leakage-Schutz für die industrielle Produktion unverzichtbar. Dies gilt für den EU-Emissionshandel, die Energiebesteuerung und die EEG-Umlage ebenso wie für Strompreiseffekte des Kohleausstiegs.

Die neue, rein nationale CO2-Bepreisung muss mit einer fairen Entlastungsregelung für kleinere Industrieanlagen verknüpft werden.

Die massiven Investitionen, die zur Dekarbonisierung der Produktion getätigt werden müssen, setzen geeignete Rahmenbedingungen auf nationaler und europäischer Ebene voraus. Hier kommt es u. a. auf die Weichenstellungen im Zuge des Green Deal („Fur for 55“) der EU-Kommission an.

Stärkung der Energieeffizienz

Der bbs und seine Mitglieder dokumentieren das Engagement der Branche für den Klimaschutz und die Energieeffizienz. So beteiligt sich der bbs an der Initiative der Bundesregierung zur Schaffung von Energieeffizienz-Netzwerken: „bbs effizient“ bringt Energiemanager aus Unternehmen unterschiedlicher Fachzweige der Baustoff Steine-Erden-Industrie zusammen, um weitere Effizienzsteigerungen beim industriellen Energieverbrauch auszuloten. Darüber hinaus setzt sich die Branche für Anreize zum energieeffizienten Bauen und Wohnen ein.

Bündnis faire Energiewende

Der Bundestag hatte sich ausdrücklich dafür ausgesprochen, dass die mittelständische Industrie bei der CO2-Bepreisung entlastet werden muss. Damit soll erreicht werden, dass die Hersteller aus dem energieintensiven Mittelstand im Wettbewerb mit großen Unternehmen und Anbietern außerhalb Deutschlands beim Kostenfaktor Energie überhaupt noch wettbewerbsfähig sind.

Feuerfest braucht eine faire Energiewende. Die Produkte sorgen für effizientere Herstellungsprozesse im Hochtemperaturbereich – sonst gäbe es kein Glas für Impf-Ampullen, es ginge nichts mehr bei der Stahlerzeugung oder in der chemischen Industrie. Es gäbe Probleme von der Umwelttechnologie über die Herstellung von Windrädern für die Energiewende bis hin zur Verbrennung von infektiösen Klinikabfällen.

Energieintensiven mittelständischen Industrie-Unternehmen drohen immer noch massive Belastungen, die zusammen mit den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie über die Grenzen des Machbaren hinausgehen. Bessert der Bundestag die Verordnung in dieser Legislaturperiode nicht mehr nach, werden viele Unternehmen die Produktion in Deutschland sukzessive zurückfahren müssen.

Damit die kleinen und mittleren Unternehmen ihre Produktionsprozesse umstellen und in Klimaschutz investieren können, brauchen sie verlässliche Rahmenbedingungen. Nur so bleiben die Mitgliedsunternehmen wettbewerbsfähig und können Arbeitsplätze sichern.

Die Energiepreise dürfen nicht weiter steigen. Deutschland hat weltweit die höchsten Strompreise. Damit Feuerfest zu den Klimaschutzzielen beitragen kann, ist ein wirksamer Carbon-Leakage-Schutz sowie Fördermittel für die Forschung zur CO2-Reduzierung bei der Herstellung von Feuerfest-Produkten erforderlich.

Neben der Feuerfest-Industrie haben sich im Bündnis Faire Energiewende weitere Branchen zusammengeschlossen und den Abgeordneten im Bundestag einen Sechs-Punkte-Plan zur Sicherung der mittelständischen Industriezweige übermittelt. Darin fordert das Bündnis, dass ihre Unternehmen deutlich stärker von den Mehrkosten für Energieträger entlastet werden, als bisher geplant. Die Erstattungen dürfen auch nicht erst nach einem Jahr fließen, weil dadurch liquide Mittel für z. B. andere Klimainvestitionen gebunden wären.

Der Sechs-Punkte-Plan umfasst die folgenden Themen:

  • Kompensationszahlungen unabhängig von vorhandenen Haushaltsmitteln machen.
  • Liquidität für Mittelstand schaffen, durch unmittelbare Abschlagszahlungen.
  • Gleichstellung der Entlastung großer Konzerne (Ausgleich durch EU-Emissionshandel) mit den mittelständischen Unternehmen (Ausgleich durch Brennstoff-Emissionshandel).
  • Nachträgliche Einbeziehung von Sektoren unmittelbar in Carbon-Leakage-Schutz aufnehmen.
  • Anerkennung qualitativer Kriterien zur Emissionsintensität, wenn amtliche Statistiken fehlen.
  • Kriterienerfüllende Sektoren unbürokratisch in den Carbon-Leakage-Schutz aufnehmen.

Der Forderungskatalog kann hier heruntergeladen werden:

www.faire-energiewende.de/sechs-punkte-rettungsplan

Zum „Bündnis Faire Energiewende“ zählen neben dem Wirtschaftsverband Deutsche Feuerfest-Industrie e. V. auch:

Die Verbände vertreten branchenübergreifend etwa 10.000 deutsche Unternehmen mit ca. einer Million Beschäftigten und zuletzt etwa 200 Milliarden Euro Jahresumsatz.

Weitere Infos unter www.faire-energiewende.de